Eruptive Vellushaarzysten

Letztmals aufdatiert: 2021-07-21

Autor(en): Rahel Bianchi

Esterly, Fretzin und Pinkus, 1977

Durch genetische Mutation des Keratin 17 verursachte Zystenbildung an den Vellushaarfollikeln. Sie tritt insbesondere im Brustbereich disseminiert auf, mit lediglich kosmetisch orientierter Behandlung.

Bereits im Kindesalter auftretend

Durch eine Missbildung des Keratin 17 versursachte Erkrankung des Vellushaarfollikels, wobei sich eine mit Vellushaaren gefüllte Zyste ausbildet. Die Ursache wird in einer autosomal vererbten oder spontan entstandenen Mutation des KRT17-Gens auf dem Genlokus 17q12-q21 vermutet. Dieselbe Genese liegt Steatozystoma multipex zu Grunde, weswegen gewisse Autoren eine Gleichwertigkeit beider Erkrankungen postulieren.

Asymptomatische, disseminierte, meist in der Mehrzahl und nur selten alleinstehend auftretende, hautfarbene bis dunkel pigmentierte, Komedo-artige Papeln mit einer Grösse vom 0.1-1.0cm. Entgegen des Namens imponieren die Hautveränderungen bereits bei Geburt und schreiten graduell aber besonders in der Pubertät fort. Gelegentlich ist eine Regression zu beobachten.

  • Anamnese
  • Familienanamnese
  • Vellushaare lassen sich nach Eröffnung einer Zyste mikroskopisch eindeutig identifizieren.
  • Rumpf und hier v.a. Brust
  • Gelegentlich Gesicht, wobei v.a. Wangen und Nase betroffen
  • Gelegentlich proximale Extremitäten
  • Eine Superinfektion ist möglich. 
  • Gelegentlich kommt es zu einer Regredienz einzelner Hauteffluoreszenzen, wenn sich die Zysten transdermal spontan entleeren

Chronisch verlaufende Hauterkrankung ohne kurative Therapie. 

  • Eine kurative Therapieoption besteht nicht.
  • Als kosmetisch störend empfundene Papeln können chirurgisch entfernt werden.
  • Eine Diathermie oder CO2-Laser-Behandlung kann ebenfalls evaluiert werden, wobei diese Behandlung aktuell umstritten ist.
  • Topische Retinoide haben sich nicht bewährt.

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