Diphtherie

Letztmals aufdatiert: 2020-07-09

Autor(en): -

Bretonneau 1826

Hautdiphtherie.

Meldepflichtige Infektionskrankheit durch Infektion mit Korynebakterien.

  • Einteilung
    • Primäre Hautdiphtherie: Eintritt des Erregers über die Haut (Heteroinokulation)
    • Sekundäre Hautdiphtherie: Autoinokulation der Haut bei vorbestehender Diphtherie
    • Wunddiphtherie: Erregereintritt auf einer vorbestehenden Wunde
  • Weltweit, vor allem in den Tropen.
  • Endemische und epidemische Ausbrüche sind vor allem in Ländern mit nicht optimaler Hygiene bekannt.
  • Letzter gemeldete Fall in Deutschland: 1998.
  • In westlichen Ländern sind vor allem Alkoholiker, Drogenabhängige und Obdachlose betroffen.

Einteilung:

  • Primäre Hautdiphtherie: Eintritt des Erregers über die Haut (Heteroinokulation)
  • Sekundäre Hautdiphtherie: Autoinokulation der Haut bei vorbestehender Diphtherie
  • Wunddiphtherie: Erregereintritt auf einer vorbestehenden Wunde
  • Inkubationszeit: 2-8 Tage
  • Erreger: Corynebacterium diphtheriae (fakultativ anaerob)
  • Transmission: Tröpfchen- oder Schmierinfektion (auch durch Gegenstände übertragbar)
  • Das Bakterium tritt in den Organismus ein. Die Virulenz ist durch das Diphtherietoxin begründet. Es kommt zur Fieber, Beteiligung des Pharynx (Angina diphtherica) und des oberen Respirationstraktes, wo sich fibrinöse Beläge (Pseudomembranen) ausprägen.
  • Pustulöse und nach peripher ulzerierende Hautläsionen mit grauweißlich, bräunlichen Beläge. Die Umgebung ist ödematös und gerötet.
  • Nebenbefundlich kann es zu kardiologischen Komplikationen (Tachykardie, Kreislaufkollaps, etc.) und einer peripheren Neuritis kommen. Oft ist überwiegend der Respirationstrakt betroffen.
  • Klinik
  • Bakt.-Abstrich
  • Die Quantifizierung von spezifischen Antikörpern gegen das Diphtherie-Toxoid im Serum ist für den klinischen Alltag nicht geeignet
  • Während die Wund- und sekundäre Diphtherie ubiquiär auftreten können, ist eine primäre Diphtherie vor allem an den unteren Extremitäten anzutreffen
  • Häufig sind die Beine betroffen

Eine Prophylaxe erfolgt mittels Immunisierung.

Sofern Therapie erfolgt, ist die Prognose günstig.

  • Gabe von Antitoxin und von Antibiotika indiziert
  • Impfstoff (Tetanus-Toxoid, Kombinationen mit Diphtherie-Toxoid).
    • Aktive Immunisierung: Grundimmunisierung: 3 Dosen (1. Dosis mit 3 Monaten, 2. Dosis ca. 4-6 Wochen nach 1. Dosis, 3. Dosis 6-12 Monate nach 2. Dosis) (>6 J.)
    • Auffrischung: 1 Dosis mit 10-15 J, dann Auffrischung alle 10 Jahre.

 

  • PenicillinG i.v. 4 Mio IE 5x tgl.
  • Erythromycin p.o. 500 mg 3x tgl., Maximaldosis: 4 g/d (Erwachsener), 40-100 mg/kg KG/Tag (5-12 J.).
  • Rifampicin p.o. 300 mg 3x tgl.
  • Clindamycin p.o. 600 mg 3x tgl.
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  3. Wiedermann-Schmidt, U. (2015). Reaktionen und Nebenwirkungen nach Impfungen. Bundesministerium. Retrieved 13 May 2016, from http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/1/5/5/CH1100/CMS1386342769315/impfungen-reaktionen_nebenwirkungen.pdf
  4. Cohen PR. Combined Reduced-Antigen Content Tetanus, Diphtheria, and Acellular Pertussis (Tdap) Vaccine-Related Erythema Nodosum: Case Report and Review of Vaccine-Associated Erythema Nodosum. Dermatol Ther (Heidelb) 2013;3:191-7.
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