Erythrasma

Letztmals aufdatiert: 2020-11-19

Autor(en): -

Von Baerensprung 1862.

Baerensprungsche Krankheit.

Superfizielle Infektion mit dem grampositiven, aeroben Bacillius Korynebakterium minutissimum.

  • Prävalenz: 4-6% der Gesamtbevölkerung in Mitteleuropa, in tropischen Zonen herrscht eine höhere Prävalenz
  • Ältere Studien aus England und Neuseeland beziffern die Prävalenz um die 20%
  • Bei Kindern eher selten zu sehen
  • Häufig sind gesunde Patienten betroffen
  • Prädispositionierende Faktoren:
    • Männliches Geschlecht
    • Diabetes mellitus
    • Höheres Alter
    • Immunsuppression
    • Übergewicht
    • Hyperhidrose
    • Hohe Luftfeuchtigkeit
    • Warmes Milieu
    • Mangelhafte Hygiene
  • Erreger: Corynebacterium minutissimum, welches Porphyrin produziert. Im Wood-Licht zeigt sich eine Rotfluoreszenz
  • Durch Hautdefekte dringen die Bakterien in das obere Stratum corneum ein
  • Bis zu 10,0 cm große, scharf begrenzte, im Verlauf teils konfluierende, oftmals pruriginöse rotbraune Makulae und später Plaques mit feinlamellärer Schuppung. Der Juckreiz wird durch Schwitzen und langes Sitzen begünstigt. Häufig ist die Erkrankung mit einer Bromhidrose, einem Keratoma sulcatum und Trichobacteriosis axillaris assoziiert
  • In den Zehenzwischenräumen sind Korynebakterien die häufigste Ursache für bakterielle Infektionen. Gleichzeitig kann auch eine Interdigitalmykose bestehen
  • Die diskoide Form beschränkt sich nicht auf die intertriginösen Stellen. Vermehrt kommt das diskoide Erythrasma bei Frauen mit schwarzer Hautfarbe in tropischen Breitengraden vor
  • Bei Auftreten eines Erythrasmas im Genital- oder Analbereich, bei letzteren entsteht häufig ein chronischer Pruritus
  • Klinik
  • Wood-Licht-Untersuchung: Korallenroten Fluoreszenz (Pat. sollte nicht kurz davor gebadet haben, da die Porphyrine wasserlöslich sind. Der Test würde in diesem Fall falsch negativ sein.)
  • Erregernachweis im Abrissverfahren mit Tesafilm
  • Keine Gramfärbung, Kultur oder Biopsie notwendig
  • KOH z.A. einer Tinea interdigitalis
  • HIV-Test

Intertrigines (Leisten, Achselhöhle, Anal-, Bauchfalte, submammär, große Labien, Skrotum, Oberschenkel und Zehenzwischenraum).

  • Die Bakterien können in der Hornschicht oftmals nachgewiesen werden. Zudem zeigt sich ein diskretes perivaskuläres Infiltrat
  • Kultur (möglich, aber nicht für Diagnosestellung notwendig)
  • Saure Seifen
  • Keine Fettsalben
  • Hyperpigmentierungen auch nach Beseitigung der Erreger oft noch einige Wochen sichtbar!
  • Gründliche tgl. Hautreinigung mit Wasser und Syndets

 

  • Topische Therapie
    • Clotrimazol-Creme 2-3x tgl.
    • Alternative: Ketoconazol-Creme 2-3x tgl.
    • Alternative: Ciclopirox-Creme 2-3x tgl.
    • Alternative: Erythromycin-Creme 2-3x tgl.

 

  • Systemische Therapie
    • Erythromycin p.o. 500 mg 3x tgl., Maximaldosis: 4 g/d (Erwachsener), 40-100 mg/kg KG/Tag (5-12 J.)
  • Gewichtsreduktion
  • Behandlung der Hyperhidrose
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