Lentigo simplex, Lentigo solaris

Letztmals aufdatiert: 2021-04-03

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Lentigo juvenilis, Lentigo benigna, Linsenmal, nävoider Lentigo, Naevus incipiens, Lentigo der Schleimhaut, mukosale Lentigo.

Kutane oder muköse, erworbene Melanozytenhyperplasie, welche als Hyperpigmentierung in Erscheinung tritt. Sie ist UV-induziert. Es besteht keine Bevorzugung lichtexponierter Areale. Die Hyperpigmentierungen blassen im Winter nicht ab.

  • Meist schon in den ersten Lebensjahren auftretend
  • Prinzipiell kann ein Lentigo simplex jedoch in jedem Lebensalter auftreten
  • Meist phasenhafter Verlauf
  • Lentigo simplex -> naevoide Lentigo -> melanozytären Naevus (Junktionsnaevus bis melanozytären Naevus vom dermalen Typ)
  • UV-induziert Lentigines können in jedem Lebensalter entstehen
    • In höherem Alter nimmt die phasenhafte Weiterentwicklung ab.
  • Bei Personen mit Hauttyp I nach Fitzpatrick und bei Patienten mit peripherer Neurofibromatose oder Peutz-Jeghers-Syndrom kommt es seltener zu dem phasenhaften Verlauf.
    • Dies ist der Grund, worum Rothaarige zu Lentigines neigen.
  • Bräunliche, meist multipel auftretende, bis ca. 5 mm (aber auch größeren bis zu 3,0 cm) durchmessende, scharf begrenzte Hyperpigmentierungen mit unregelmässiger Pigmentierung.
  • Sofern Lentigines in hoher Anzahl auftreten, wird von einer Lentiginose gesprochen.
  • Sonderform
    • Ink spot Lentigo oder retikuläre Lentigo
      • Oft nach intensiver UV-Exposition im Schultergürtelbereich auftretende schwarze, teils bizarr geformte retikuläre Lentigo.

Häufige Fehler vermeiden:

  • Die Lentigines, welche vor allem bei rothaarigen Kindern auftreten werden als Epheliden bezeichnet
  • Ein angeborener Lentigo wird als Nävus spilus oder Café au-lait-Fleck bezeichnet
  • Beim Auftreten einer perioralen Lentiginose muss zum Ausschluss eines Peutz-Jeghers-Syndroms eine gastroenterologische Vorstellung erfolgen
  • Klinik
  • Ggf. Biopsie
  • Unregelmäßige, oft keulenförmig eingezogene, epidermale Retezapfen
  • Basale Hyperpigmentierung mit erhöhten Zahl von Einzelnmelanozyten in der Basalschicht
  • Vereinzelte dermal lokalisierte Melanophagen
  • Keine Melanozytennester
  • Keine solare Elastose

Selten Übergänge in ein malignes Melanom möglich.

Oftmals Übergang in einen Junktionsnaevus.

  • Keine Therapie indiziert
  • Exzision bei Malignitätsverdacht
  • Ggf. kann eine Entfernung mit dem CO2- oder Erbium:YAG-Laser erfolgen
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