Melioidose

Letztmals aufdatiert: 2020-07-24

Autor(en): -

Whitmore u. Krishnaswami, 1912

Melioidosis, Malleoidose, Whitmore-Krankheit, Pseudomalleus, Pseudorotz, Stanton's disease.

Infektionskrankheit durch das gramnegative, stäbchenförmige, bipolar anfärbbare Bakterium Pseudomonas pseudomallei.

  • In Mitteleuropa äußerst selten
  • Zu den Endemiegebieten gehören Indien, Südostasien, Australien, Madagaskar
  • Inzidenz: 4-17/100.000 Einwohner/Jahr
  • Pseudomonas pseudomallei kann sowohl Menschen als auch Ratten, Katzen und Schweine befallen. Als Infektionsquellen fungieren feuchter Boden, Pflanzen sowie Wasser innerhalb tropischer Klimazonen. Tiere sind oft infiziert, eine Übertragung erfolgt jedoch nicht auf den Menschen. Die Bakterien gelangen über Inhalation, Ingestion oder über kontaminierte Nadeln in den Organismus.
  • Es verbleibt zumeist intrazellulär und wird als „viable but not culturable“ (lebensfähig, jedoch nicht kultivierbar) bezeichnet. Da es die Immunabwehr übergeht, besteht das Bakterium oft für Jahre hinweg im Körper des Wirts. Sowohl akute septische als auch chronisch-granulomatöse Verlaufsformen kommen vor.
  • Erreger: Pseudomonas pseudomallei (Burkholderia pseudomallei)
  • Inkubationszeit: 2 Tage bis mehrere Jahre
  • Transmission:
    • Meist aerogene Übertragung
    • Selten durch Nahrungsmittel/Hautläsionen
  • Akute Form: Septische Bronchialinfektion, Myalgien, Cephalgien, Husten, Diarrhoe, lokalisierte kutane Infektion. Meist letaler Ausgang
  • Subakute Form: Im Vordergrund steht die Lungenerkrankung
  • Chron. Form: Lungenbild ist der Tuberkulose ähnlich. Typisch sind s.c. Fisteln und Abszesse. [BF] Typisch sind die Granulome, die ubiquitär auftreten können
  • Klinik
  • Erregernachweis (Sputum, Pus, Urin, Blutkultur)
  • Der AK-Nachweis ist in seinem klinischen Wert umstritten
  • Rezidivrate: 9.7%
  • Letalität bei Bakteriämie: 37%
  • Letalität ohne Bakteriämie: 4%
  • Letalität bei chronischer Melioidosis: 0%
  • Zumindest 2 Wochen sollte die antibiotische Therapie intravenös erfolgen. Insgesamt sollte die Therapie mindestens 3 Monate erfolgen. Resistenzen gegen Penicillin, Ampicillin und Cephalosporine der 1. und 2. Generation, Gentamicin, Tobramycin und Streptomycin sind bekannt
    • Ceftazidim i.v. 50 mg/kg KG (max. 2 g) 4x tgl.
    • Alternativ: Meropenem i.v. 25 mg/kg KG (max. 1 g) 3x tgl.
    • Alternativ: Imipenem i.v. 25 mg/kg KG (max. 1 g) 4x tgl.

 

  • Anschliessend sollte eine antibiotische Therapie für mindestens 3 Monate erfolgen, empfehlenswert sind 6 Monate.
    • Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) p.o. 800/160mg 2x tgl.
    • Ggf. in Kombination mit Doxycyclin p.o. 100 mg 2x tgl.

 

  • Drainage von Abszessen
  • Rekombinanter G-CSF bei septischem Schock
  1. Lipsitz R, Garges S, Aurigemma R, Baccam P, Blaney DD, Cheng AC et al. Workshop on treatment of and postexposure prophylaxis for Burkholderia pseudomallei and B. mallei Infection, 2010. Emerg Infect Dis 2012;18:e2.
  2. Silva EB , Dow SW. Development of Burkholderia mallei and pseudomallei vaccines. Front Cell Infect Microbiol 2013;3:10.
  3. Currie, B. (2016). Treatment and prognosis of melioidosis. Uptodate.com. Retrieved 24 May 2016, from http://www.uptodate.com/contents/treatment-and-prognosis-of-melioidosis
  4. Currie, B. (2016). Epidemiology, clinical manifestations, and diagnosis of melioidosis. Uptodate.com. Retrieved 24 May 2016, from http://www.uptodate.com/contents/epidemiology-clinical-manifestations-and-diagnosis-of-melioidosis