Pruritus sine materia

Letztmals aufdatiert: 2020-08-31

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Eine Juckreiz auslösende Grunderkrankung ist nicht festzustellen. Es handelt sich hierbei um eine Ausschlussdiagnose. Der Begriff wird heute nicht mehr verwendet, da auch ein Pruritus ohne Hauterkrankung bzw. mit unklarer Genese verstanden wird.

Teilweise wird der Begriff fälschlicherweise zur Beschreibung eines Pruritus ohne sichtbare Hautveränderungen verwendet.  Korrekterweise wird ein Juckreiz ohne Hautveränderungen als “Pruritus auf primär nicht-entzündlicher Haut” bezeichnet.

  • Medikamentös-induzierter Pruritus
  • Sekundär aufgrund internistischer Erkrankungen
  • Aquagener Pruritus
  • Neurologisch-induzierter Pruritus

 

Pruritus macht sich nur durch sekundäre Hautveränderungen sichtbar, diese sind hauptsächlich lineäre Erytheme und Exkoriationen durch Kratzbewegungen. Dermatoskopisch sieht man hämorrhagisch tingierte Serumexsudate. Wenn knotige Veränderungen auftreten, dann handelt es sich eher um eine Prurigo Erkrankung, hier ist ein fliessender Übergang typisch.

  • Anamnese (vor allem hinsichtlich Auslöser)
  • Klinik
  • Diff-BB, BSG, CRP
  • Kreatinin, Transaminasen, Cholestaseparameter, Hepatitis B/C-Serologie
  • Blutzucker, TSH, Serum-Eisen, Ferritin
  • Urinstatus
  • Hämokkult-Test, ggf. Test auf Wurmeier

 

  • Sonographie des Oberbauches
  • Röntgen-Thorax

Ganzer Körper möglich, Gesicht und Interskapulärraum am ehesten ausgespart.

  • Antihistaminika
  • Psychotherapie
  • Capsaicin-Salbe
  1. Streit M, von Felbert V, Braathen LR. Pruritus sine materia. Der Hautarzt 2002;53:830-49.