Röteln

Letztmals aufdatiert: 2019-03-15

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Rubella, 3. Infektionskrankheit.

  • Vor allem im Frühling auftretend.
  • Betroffen sind insbesondere ungeimpfte Jugendliche.
  • Transmission:; Tröpfcheninfektion.
  • Inkubationszeit: 2-3 Wochen.

 

  • Kontagiösität
  • 6 Tage vor bis 8 Tage nach Beginn des Exanthems.
  • Kontagiösität geringer als bei Masern.
  • 50-100 nm großes RNA-Togavirus. Infektionspforte ist die respiratorische Mukosa von wo es dann zur hämatogenen Streuung kommt.
  • Betroffene sind 1 Woche vor und 1 Woche nach Ausbruch des Exanthems kontagiös.
  • Meldepflicht bei konnataler Infektion.
  • Häufig asymptomatischer Ablauf.

 

  • Prodramalstadium: Reduzierter Allgemeinzustand, subfebrile und febrile Temperaturen (bis 38.0°C) und weitere grippeähnliche Symptome mit Arthralgien und Arthritiden. Meist zeigt sich anfänglich ein schmetterlingsförmiges Exanthem im Gesicht, welches auf das retroaurikuläre Areal übergreift.

 

  • Exanthemstadium: Im Verlauf kommt es zur Ausbildung eines nicht konfluierenden, kleinfleckigen bzw. papulösen Exanthems am gesamten Integument mit spontaner Remission nach 3 Tagen. Es zeigen sich zervikale Lymphdrüsenschwellungen (Theodor-Drüse). Fallweise Splenomegalie und Arthralgien.
  • Klinik.
  • BB (Leukopenie, Eosinophilie), BSG (erhöht), ASL-Titer (erhöht) (nach 1-2 Wochen).
  • Auslöschphänomen: Münzgroße Exanthemaussparung nach i.c.-Inj. Eines Scharlachrekonvaleszenten- oder Antistreptokokkenserum.
  • Bakt.-Abstrich (Rachen)
  • Mittels Hämagglutinationshemmtest (HAM) lassen sich spezifische IgM-Antikörper nachweisen (nur 3-7 nach Exanthemausbruch). Bei einem 4-fachen Anstieg (2 Stufen) des Titers nach 2 Wochen, ist von einer Maserninfektion auszugehen.
  • Ein direkter Nachweis ist mittels PCR möglich.
  • Enzephalitis
  • Gregg-Syndrom oder Abort bei Infektion in der Schwangerschaft
  • Blande externe Therapie.
  • Isolation (bis zu 1Woche nach Ausbruch des Exanthems).
  • Bei konnatalen Röteln ist eine längere Isolationszeit einzuhalten (Ausscheidung des Virus bis zu 1 Jahr möglich).
  • Schulverbot bis 1 Woche nach kutaner Symptomlosigkeit.
  • Bettruhe
  • Antipyretische Massnahmen
  • Wadenwickel
  • #Paracetamol
  • Anw.:
  • > 12 J. (>40 kg): Einzeldosis (ED): 500-1000 mg, max. Tagesdosis (TD): 4 g.
  • 9-12 J. (30-40 kg): ED: 500 mg, max. TD: 2 g.
  • 6-9 J. (22-30 kg): ED: 250-500 mg, max. TD: 750 mg.
  • KI: Leberschäden, Niereninsuffizienz, akute Hepatitis, M. Meulengracht, Schwangerschaft, Stillzeit.
  • Topische Therapie
  • Zinkhaltige Externa
  • #Lotio alba

 

  • Impfempfehlung
  • 1. Impfung: MMR (Masern-Mumps-Röteln) ab dem Alter von 11 Monaten. Die Folgeimpfung sollte bei 1 ½ bis 3 Monate danach beginnen.
  • Bei Exposition zum Rötelvirus kann eine schwangere Frau und ein immsupprimierter Patient innerhalb von 3 Tagen mit intravenösen Immunglobulinen behandelt werden.
  • Intravenöse Immunglobuline (#Privigen®) i.v. 250-400 mg/ kg KG tgl. über 3-5 Tage alle 3-4 Wochen
  • Initialdosis: 0.4-0.8 g/kg KG
  • Im Verlauf: 0.2 g/kg KG alle 3 bis 4 Wochen.
  • Bestimmung des IgG-Serumspiegels immer unmittelbar vor der nächsten Infusion!
  • Ein IgG Talspiegel von mindestens 5 bis 6 g/l sollte vor erneuter Infusion erreicht werden.

 

  • Lebenslange Immunität.
Impfung gegen Kategorie Indikation Anwendungshinweise (Packungsbeilage/Fachinformationen beachten)
Röteln I

Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im ge­bärfähigen Alter

Einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter

Zweimalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff

 

 

Einmalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff

  B Ungeimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus in Einrichtungen der Pädiatrie, der Geburtshilfe und der Schwan­gerenbetreuung oder in Gemeinschaftseinrichtungen Einmalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff

I: Indikationsimpfungen für Risikogruppen bei individuell (nicht beruflich) erhöhtem Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko sowie zum Schutz Dritter

B: Impfungen auf Grund eines erhöhten berufli­chen Risikos, z. B. nach Gefährdungsbeurteilung gemäss Arbeitsschutzgesetz/Biostoffverordnung/ Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und/oder zum Schutz Dritter im Rahmen der beruflichen Tätigkeit

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