Akzessorischer Tragus

Letztmals aufdatiert: 2020-10-08

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Meckel, 1826

Kongenitale Entwicklungsanomalie, bei der der Tragus des Ohres an einer falschen Lokalisation wächst.

Bei Geburt vorhanden, in 1-2 / 1'000 Neugeborenen, 10% beidseits. 

Unbekannt.

Hautfarbener, hart palpabler, vellus-behaarter, exophytisch wachsender Knoten oder Höcker. Die Lokalisation ist eng zum Tragus (davor oder direkt auf) assoziiert. Kann beidseits auftreten. 

Palpables Zentrum mit Knorpel. Weniger häufig kann es auch mehrere akzessorische Tragi geben, dann sind diese zwischen Tragus und Mundwinkel zu finden, oder auch anterior des M. sternocleidomastoideus. 

Kann als Clue für Fehlbildungen und Syndrome nützlich sein:

  • Fehlbildungen des Ohrs --> ORL Konsil
  • Fehlbildungen der Niere --> Sonographie
  • Goldenhar-Syndrom
  • Wildervanck-Syndrom
  • Anamnese (kongenital)
  • Klinik
  • Biopsie (fakultativ)

Meist im Gesicht.

Bei zu flacher Exzision kann es zur fehlenden Mitnahme des tiefergehenden knorpeligen Kerns kommen. 

Fehlende Abklärung und Verpassen von

  • lokalen grösseren Malformationen.
  • Syndromen, für die der akzessorische Tragus nur ein Clue ist.

Keine möglich.

  • Keine Therapie notwendig.
  • Gegebenenfalls Exzision aus kosmetischen Gründen.