Psoriasisarthritis

Zuletzt aktualisiert: 2023-01-13

Autor(en): Navarini A.A., Anzengruber F.

ICD11: -

PsA, Psoriasis arthropathica, Psoriasis-Arthritis

Seronegative (Rheumafaktor, antizyklisches zitrulliniertes Peptid) Arthritis mit bevorzugtem Befall der Phalangealgelenke (PIP, DIP) der Hände und Füsse. 

20% aller Psoriasis vulgaris Patienten leiden auch an einer Psoriasis Arthritis. Dies haben neuere epidemiologische Daten gezeigt, vor 2000 ging man von einer Prävalenz von 5% aus. Da die PsA destruierend verlaufen kann, anders als die Psoriasis der Haut, ist eine prompte Diagnose und Therapie sehr wichtig.

 
Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Die häufigste Form betrifft die DIP, PIP und die Nägel. 

Es werden typischerweise nur wenige Gelenke betroffen, es kann aber auch eine symmetrische Verlaufsform manifestieren, welche ähnlich der rheumatoiden Arthritis ist. 

Wichtig auch, die Manifestationsform der PsA in der Wirbelsäule nicht zu verpassen. 

Selten kann die PsA fulminant verlaufen, was zu destruktiver Gelenksveränderung führt. 
 

CASPAR Kriterien für die Diagnose der PsA: 

 

  • Entzündliche Gelenkserkrankung (Gelenk, Wirbelsäule oder Knochen) mit drei oder mehr der folgenden Punkte:
  • Nachweis von Psoriasis: Aktuelle Psoriasis (2 Punkte, alles andere 1 Punkt) oder St.n. Psoriasis (Diagnose durch qualifizierte Person) oder Familienanamnese in 1./2. Grad positiv. 
  • Psoriatische Nageldystrophie
  • Seronegativität auf Rheumafaktor    
  • Daktylitis: Aktuell oder in der Vorgeschichte
  • Radiologischer Nachweis einer juxta-artikulären Knochenneubildung

Aktuell noch unklar, es wird wie bei der Psoriasis vulgaris eine T Zell vermittelte Immunpathogenese beobachtet. 

Schmerzen und ggf. Bewegungseinschränkung über den betroffenen Gelenken. Keine Psoriasis vulgaris über den betroffenen Gelenken. Hingegen findet sich eine Schwellung, die mit ein bisschen Uebung auch von Dermatolog* detektiert werden kann. 

Es gibt aktuell keine serologischen Kriterien noch eindeutige klinische Kriterien. Die Diagnose liegt immer dann nahe, wenn eine seronegative Arthritis bei Vorhandensein einer Psoriasis vulgaris auftritt. Die CASPAR Kriterien werden zur Klassifizierung genutzt. 

DIP, PIP, Nagelapparat, Enthesen, sowie auch grosse Gelenke und Wirbelsäule. 

Eine Psoriasis vulgaris kann der PsA über mehrere Jahre vorausgehen, oder auch umgekehrt. Patienten mit Psoriasis der Nägel haben ein erhöhtes Risiko für PsA. 

Destruktion der Gelenke. 

Effektive systemische Therapie der Psoriasis vulgaris kann die PsA mitbehandeln und ggf. auch deren Auftreten verhindern. Dies ist aber nicht formal gezeigt worden. 

Die aktuellen Systemtherapien der PsA können im Regelfall die Gelenksdestruktion verhindern. 

Wir behandeln die PsA immer gemeinsam mit den Rheumatologen. 
Es werden initial NSAR eingesetzt. 

Glucocorticoid-Injektionen intraartikulär ist eine beliebte Therapie, alternativ auch eine p.o. Stosstherapie möglich. 

Methotrexat ist die Standardtherapie. Fumarsäure und Cyclosporin wird selten eingesetzt. 

In zweiter Linie werden alle für PsA zugelassenen Biologics:
 

  • Anti- TNF-alpha: Etanercept, Adalimumab, Infliximab, Golimumab
  • Anti- IL-17: Ixekizumab, Secukinumab
  • Anti-IL-23: Risankizumab, Guselkumab
  • JAK Inhibitoren: Upadacitinib, Abrocitinib, Baricitinib
  • Hemmung der T-Zell Aktivierung: Abatacept

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