Destruierendes Basalzellkarzinom

Letztmals aufdatiert: 2020-07-09

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Ulcus terebrans, Epithelioma basocellulare terebrans.

Infiltrativ wachsendes, destruierendes Basalzellkarzinom.

Scharf begrenztes, teils spontan blutendes, größenprogredientes Ulkus, oft mit induriertem Randall. 

Insbesondere im Gesicht.

 

 

Therapie der 1. Wahl nach Lebwohl

Evidenzlevel

Kürettage und Elektrodesikkation

B

Chirurgische Exzision

B

Moh’s surgery (mikrographisch kontrolliert)

B

Kryotherapie

B

   

Therapie der 2. Wahl nach Lebwohl

 

Strahlentherapie

B

   

Therapie der 3. Wahl nach Lebwohl

 

Interferon intraläsional

B

Retinoide

D

Imiquimod

A

Photodynamische Therapie

A

5-Fluorouracil

A

CO² Laser

D

PEG-interleukin 2

D

NSAIDs

D

Ingenolmebutat

D

Vismodegib

A

Intraläsionale Interleukin Applikation

D

Systemische Chemotherapie

D

  • Operative Therapie

    ·         Exzision

  • Der Goldstandard der Basalzellkarzinom-Therapie.

    ·         Insbesondere infiltrativ wachsende und sklerodermiforme Basalzellkarzinome sollten chirurgisch exzidiert werden.

    ·         Bei inkompletter Resektion sollten eine Nachexzision- ausser in gut begründeten Fällen – erfolgen.

    ·         Heilungsrate ist vom Tumordurchmesser, vom histologischen Typ abhängig und vom Sicherheitsabstand.

 

BCC Ø < 2 cm

 

Infiltratives BCC

   

Sicherheitsabstand

3 mm

4-5 mm

3 mm

5 mm

13-15 mm

Wahrscheinlichkeit, dass Tumorreste bleiben

15%

5%

34%

18%

5%

Quelle: Hauschild, A. (2016). Langfassung der Leitlinie "Basalzellkarzinom der Haut". Awmf.org. Retrieved 30 May 2016, from http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-021.html

 

·         Eine mikrographische Kontrolle (Moh’s surgery) sollte an „Problemlokalisationen“ im Gesicht, bei Rezidivtumoren und abhängig vom histolog. Typ erfolgen. Rezidivrate: 2-12%. 

·         Kürettage mit/ohne Elektrodesikkation

  • Rezidivrate: 3-19%.

    ·         Kryotherapie

  • Vor allem bei superfiziellen Basaliomen.
  • Ästhetische Ergebnisse sind schlechter.
  • Heilungraten: 4-17%.

    ·         Lasertherapie

    ·         Photodynamische Therapie

  • Heilungsraten: 72-100%.

    ·         Imiquimod (Aldara®)- Creme 5 %  täglich 5x/Woche über insgesamt 6 Wochen.

    ·         Bei superfiziellen und bei Gorlin-Syndrom sinnvoll.

  • Heilungsrate: ca. 80-84% (bei superfiziellen Basaliomen).
  • 5-Fluorouracil (5% in Creme), topisch täglich für vier bis sechs Wochen angewendet werden

    ·         Nachteil: keine Kontrolle, ob Basaliom komplett entfernt wurde.

    ·         Heilungsrate: ca. 81% (bei superfiziellen Basaliomen).

  • Strahlentherapie

    ·         Sofern chirurgische (Nach-)Exzision nicht möglich ist.

    ·         Kontraindiziert: bei Gorlin-Syndrom.

    ·         Alleinige Strahlentherapie: 84-96% Remission.

    ·         Einzeldosen zwischen 2,0 und 3,0 Gy durchgeführt.

    ·         Gesamtdosen von 60 bis 70 Gy.

    ·         Patienten mit Basalzellkarzinom-Syndrom (Gorlin-Goltz) sollen nicht mit ionisierender Strahlung behandelt werden.

  • Hedgehog-Inhibitor (#Vismodegib)

    ·         Bei metastasierten Basalzellkarzinom ist die Anwendung indiziert.

  • Experimentelle Therapien

    ·         Intraläsionale Applikation von Dz13, einem  DNAzyme, welches die JUN mRNA ins Visier nimmt. 

    ·         Itraconazole hat in Einzelfällen erfolgreich den hedgehog signaling pathway unterbrochen.

  1. Clark CM, Furniss M, Mackay-Wiggan JM. Basal cell carcinoma: an evidence-based treatment update. Am J Clin Dermatol 2014;15:197-216.
  2. Kwasniak LA, Garcia-Zuazaga J. Basal cell carcinoma: evidence-based medicine and review of treatment modalities. Int J Dermatol 2011;50:645-58.
  3. 3.Hauschild, A. (2016). Langfassung der Leitlinie "Basalzellkarzinom der Haut". Awmf.org. Retrieved 30 May 2016, from http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-021.html