Bartonellose (Oroya-Fieber, Verruga Peruana)
Zuletzt aktualisiert: 2022-11-16
Autor(en): Anzengruber F., Navarini A.
ICD11: 1C11
- Odriozola 1895
- Barton 1909
- Verruga peruana
- Carrión-Fieber
- Oroya-Fieber
Infektionskrankheit, welche neben kutaner Manifestation auch zur Sepsis führt.
- Vorkommen nur in den Hochgebirgstälern (600–3000m) von Peru, Ecuador und Südwestkolumbien
- Es wird damit gerechnet, dass ca. 5% der Bevölkerung des Endemiegebiets asymptomatische Träger sind
- Erreger: Bartonella bacilliformis
- Transmission: Sandfliegen der Lutzomyia spp., vor allem Lutzomia verrucarum
- Die Übertragung erfolgt im Rahmen des Saugaktes und nach Bluttransfusionen
- Inkubationszeit: Wochen - Monate
- Durch Bartonella bacilliformis werden sowohl dermale Knoten (Verruga peruana) als auch eine Sepsis (Oroya-Fieber) ausgelöst
- Die kutane Manifestation umfasst gestielte, verruziforme, gruppierte und erodierte Papeln und Nodi. Insbesondere sind Gesicht, Extremitäten, aber auch Schleimhäute betroffen. Petechiale Exantheme
- Sepsis, reduzierter Allgemeinzustand, Fieber, Anämie, Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie
- Eine Zweitinfektion mit Salmonellen kann auftreten
- Reiseanamnese
- Klinik
- Erregernachweis mittels Blutkultur oder Biopsie
- Ähnlich einer bazillärer Angiomatose
- Der Bakteriennachweis gelingt mittels Warthin-Starry-Färbung
- Letalität: 10-90%
- Bei den Überlebenden kommt es zu einer Spontanheilung, oft nach jahrelangem Bestehen
- Verlegung auf eine Intensivstation bei Sepsiszeichen
- Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Gerinnung
- Blutkultur
- Vitalparametermonitoring
- Chloramphenicol i.v. 25-30 mg/kg KG (max. 2g), im Verlauf 50-60 mg/kg KG (max. 4g tgl.) in 4 Einzeldosen
- Alternativ: Doxycyclin p.o. 100 mg 2x tgl.
- Alternativ: Erythromycin p.o. 500 mg 3x tgl., Maximaldosis: 4 g/d (Erwachsene)
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