Erythema toxicum neonatorum

Zuletzt aktualisiert: 2025-06-02

Autor(en): Navarini A.A.

ICD11: -

Erythema neonatorum toxicum, toxisches Neugeborenenexanthem, Urticaria neonatorum, toxisches Erythem des Neugeborenen, „Flea-bite rash“.

Benignes, selbstlimitierendes neonatal-exanthematisches Krankheitsbild mit vorübergehenden erythematösen Maculae, Papeln und sterilen Pusteln. Auftreten typischerweise innerhalb der ersten Lebenstage bei gesunden, reifen Neugeborenen. Spontane Abheilung nach 1–2 Wochen ohne Folgen.

  • Prävalenz 30–70 % bei reifen Neugeborenen.
  • Frühgeborene selten betroffen.
  • Häufiger bei höherem Gestationsalter und Geburtsgewicht.
  • Minimale oder uneinheitliche Geschlechtsunterschiede.
  • Evtl. seltener diagnostiziert bei dunkler Hautfarbe.

Wahrscheinlich überschiessende angeborene Immunreaktion auf initiale mikrobielle Hautbesiedelung. Perifollikuläre Entzündungsreaktion mit eosinophiler Dominanz. Kommensale Bakterien (z. B. koagulase-negative Staphylokokken) könnten als Trigger wirken. Follikuläre Lokalisation erklärt Aussparung hand- und fußsohlen (haarlose Areale).

  • Beginn meist 2.–3. Lebenstag, selten unmittelbar postpartal oder verzögert.
  • Flüchtige erythematöse Maculae, Papeln und sterile, gelb-weißliche Pusteln auf rotem Grund.
  • Verteilung: Gesicht, Stamm, proximale Extremitäten. Hand- und Fußflächen ausgespart.
  • Effloreszenzen wechselhaft, asymptomatisch (kein Juckreiz, kein Schmerz).
  • Allgemeinbefinden immer unbeeinträchtigt.
  • Klinisch typische Läsionen, Beginn im Neugeborenenalter, kein systemischer Krankheitsausdruck.
  • Optional: Abstrich mit Nachweis steriler Pusteln mit eosinophilen Granulozyten.
  • Biopsie nur bei Zweifel sinnvoll (perifollikuläres eosinophiles Infiltrat).
  • Vor allem Gesicht (Wangen), Stamm (Bauch, Rücken) sowie proximale Extremitäten.
  • Immer ausgespart: Handflächen, Fußsohlen (fehlende Haarfollikel).
  • Keine Schleimhautbeteiligung, keine dermatomäre Anordnung.
  • Gesundes, termingeborenes Neugeborenes, guter Allgemeinzustand.
  • Plötzlich auftretendes Exanthem am 2.–3. Lebenstag, schnelle Veränderungen im Verlauf.
  • Keine Hinweise auf Infektionen oder mütterliche Erkrankungen.
  • Perifollikuläre Entzündung mit eosinophilen Granulozyten.
  • Sterile subkorneale Pusteln mit eosinophiler Dominanz.
  • Intakte Epidermis, keine Akantholyse, kein Spongiosa-Ödem.
  • Immunhistochemisch erhöhte inflammatorische Marker (E-Selektin, IL-8, Eotaxin).

Keine. Gefährlich sind nur unnötige diagnostische oder therapeutische Maßnahmen aufgrund Fehlinterpretation.

Exzellent. Rückbildung innerhalb von 1–2 Wochen ohne Narben oder Residuen.

Nicht möglich und nicht notwendig.

Keine kausale Therapie erforderlich. Wichtig: Eltern beruhigen und aufklären.
Allgemeine Maßnahmen: milde Reinigung, Haut trocken halten, mechanische Reizung vermeiden.

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