Eosinophile pustulöse Follikulitis
Zuletzt aktualisiert: 2022-11-16
Autor(en): Anzengruber F., Navarini A.
ICD11: ED9Y
Ofuji 1970.
Eosinophile Pustulose, Eosinophilic pustular folliculitis, Ofuji-Syndrom, eosinophile Follikulitis. Nicht verwechseln mit Papuloerythroderma Ofuji 1984 ("Deckchair sign").
Nichtinfektiöse, schubweise verlaufende Follikulitis.
- Einteilung
- Infantile Form.
- Klassische Form.
- Immunsuppressions-assoziierte Form.
- Selten, eher im asiatischen Raum auftretend (Japan)
- Infantile Form: Knaben sind häufiger betroffen als Mädchen. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 5-10 Monaten. Hier oft vorangegangene Infestationen wie Skabies, Larva migrans.
- Klassische Form: Junge Männer (3.-5. Lebensjahrzehnt).
- Seltener bei Neugeborenen auftretend. Vereinzelt existieren auch neonatale Fälle.
- Adulte Form: Hierbei erkranken v.a. junge Männer (3.-4. Lebensjahrzehnt).
- Bei der immunsuppression-assoziierten Form: meist HIV-Infektionen, ab < 200 CD4 T Zellen.
- Medikamenten-induziert: Carbamazepin, Allopurinol.
Schubweise auftretende pruriginöse, erythematöse Papeln, Plaques und sterile Pusteln , welche teils konfluieren. Meist Pusteln weniger gut sichtbar. Zentral ist oft eine Regression sichtbar. Die Abheilung erfolgt mit postinflammatorischer Hyperpigmentierung.
Lokalisation:
- Insbesondere das Gesicht (bei Frauen in 93%, bei Männer 73% Gesichtsbeteiligung).
- Klassische Form: Gesicht (ca. 90% der Fälle), Rumpf (1/3), Extremitäten (1/4), Hände/Füße (1/5), Kopfhaut (1/10).
- Infantile Form: Gesicht (ca. 2/3 der Fälle), Rumpf (2/3), Extremitäten (1/10), Hände/Füße (0), Kopfhaut (1/5).
- Immunsuppression-assoziierte Form: Gesicht (ca. 25% der Fälle), Rumpf (0), Extremitäten (25%), Hände/Füße (0), Kopfhaut (1/2).
- Anamnese
- Klinik
- Blutbild (Diff.), in 1/3 der Fälle Eosinophilie
- Biopsie
- HIV-Serologie
- IgE-Spiegel
Vor allem Gesicht, Rumpf, Extremitäten
Oberflächliche spongiotische, eosinophilen-reiche Dermatitis mit Folliculitis
Chronisch-rezidivierender Verlauf
- Spontanheilung ist möglich
- Abheilung unter Hyperpigmentierung
- Selten auch unter Narbenbildung.
Topische Therapie
- Zinkhaltige Externa (Lotio alba)
- Dermokortikoide: Klasse III (stark wirksame): Mometasonfuorat (Mometasoni-17 furoas Crème / Salbe / Lösung)
- Calcineurin-Inhibitoren: Tacrolimus Salbe 0.1% 2x täglich für 2 Wochen
- Permethrin (gegen Demodex-Milben, die als Auslöser fungieren können).
Bestrahlungstherapie: PUVA / UVB
Systemische Therapie
- Antihistaminika (H1-Blocker, Desloratadin (p.o. 5 mg 1x tgl.) NW: Müdigkeit. KI: Schwangerschaft, Stillzeit, Überempfindlichkeit gegenüber Inhaltsstoff.
- NSAR (Indometacin) p.o. 1-2x tgl. 75mg
- Folsäureantagonisten
- Sulfone (Dapson) p.o. 1.5mg/ kg KG tgl., ggf. Steigerung alle 2 Wochen um 25-50mg, bis max. 300 mg tgl.. Vor Gabe: Ausschluss eines Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangels. Met-Hb: sollte 2 Wochen und 6 Wochen nach Beginn der Therapie kontrolliert werden.
- Systemische Glukokortikoide: Prednisolon p.o. 0.5-1.0 mg/kg/d, in ausschleichender Anwendungsfrequenz, Methylprednisolon p.o. 40 mg 1x tgl.
- Ofuji S. Eosinophilic Pustular Folliculitis. Dermatology 1987;174:53-6.
- Ota T, Hata Y, Tanikawa A, Amagai M, Tanaka M, Nishikawa T. Eosinophilic pustular folliculitis (Ofuji's disease): indometacin as a first choice of treatment. Clinical and Experimental Dermatology 2001;26:179-81.
- Katoh M, Nomura T, Miyachi Y, Kabashima K. Eosinophilic pustular folliculitis: a review of the Japanese published works. J Dermatol 2013;40:15-20.
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