Malignes Melanom
Zuletzt aktualisiert: 2023-11-06
Autor(en): Anzengruber F.
ICD11: 2C30.Z
Schwarzer Hautkrebs, Melanom, melanoma, malignant melanoma.
Bösartiger Tumor der Melanozyten, ein aus der Neuralleiste stammender Zelltyp, der Melanin produziert.
- Inzidenz (Mitteleuropa): 3-5/100'000/Jahr
- Inzidenz (Skandinavien): 12-15/100'000/Jahr
- Inzidenz (Australien): 40/100'000/Jahr
- Lebenszeitrisiko (2010) 1:75
- Je näher der Wohnort am Äquator liegt, desto höher ist die Inzidenz (für Kaukasier).
- Afroamerikaner haben ein 20-fach erniedrigtes Risiko.
- Ca. 1,3% aller Krebstoten sterben aufgrund eines malignen Melanoms.
- Frauen > Männer.
- Superfiziell spreitendes malignes Melanom (SSM)
- Noduläres (knotiges) malignes Melanom (NM)
- Akrolentiginöses malignes Melanom (ALM)
- Lentigo-maligna-Melanom (LMM)
- Schleimhautmelanome
- Amelanotische maligne Melanome. CAVE: Jeder Melanomtyp kann amelanotisch erscheinen
- Desmoplastisches malignes Melanom
- Malignes Melanom mit unbekanntem Primärtumor
- Okkulte Primärlokalisation (Uvea, Meningen, GI-Trakt, Lymphknoten)
- Risikofaktoren
- Melanom in der Eigenanamnese
- UV-Strahlung (kumulative Sonnenbelastung und Sonnenbrände)
- Heller Hauttyp (leichte Rötung, schwere Bräunung)
- Rote Haare (4.7-fach erhöhtes Risiko im Vgl. zu Schwarzhaarigen)
- Positive Familienanamnese
- > 100 melanozytäre Naevi
- ≥5 atypischen Nävuszellnävi, wenn ≥2 Verwandte 1. Grades an einem Melanom erkrankt sind
- Dysplastisches Naevussyndrom (>5 atypische Nävuszellnävi und > 50 unauffällige Nävuszellnävi
- MDM2-SNP309-Polymorphismus
- BK-Mole-Syndrom
- Xeroderma pigmentosum
- Eine Assoziation mit M. Parkinson wird diskutiert
- Ca. 1/3 aller Melanome entstehen auf bestehenden Nävuszellnävi. Der Großteil aller Melanome entsteht de novo
- Prädilektionsstellen
- Frauen: Gesicht, Unterschenkel
- Männern: obere Rumpfpartien
- Teils rötlich, teils bläulich, manchmal braun-schwärzlich oder gar nicht pigmentierte, inhomogene, meist größenprogrediente, unregelmäßig begrenzte Knoten oder Plaques
- Metastasierung: Erfolgt in 2/3 aller Fälle zuerst lymphogen und im Verlauf hämatogen. Es sind jedoch auch hämatogene Erstmetastasierungen möglich
- Satellitenmetastasen: rötliche bis hautfarbene Knoten, welche bis zu 2 cm um den Primärtumor gruppiert sind
- In-transit-Metastasen: Kutane oder subkutane Metastasen, welche zwischen dem Primärtumor und den locoregionären Lymphknoten liegen.
- Hämatogene Metastasierungen können in sämtlich Organe v.a. Lungen, Leber, Herz, Gehirn, Haut oder Knochen erfolgen
- Anamnese (Eigenanamnese, Familienanamnese, Sonnenbrände?)
- Ganzkörperinspektion inkl. Schleimhäute, Lymphknotenstatus!
- Makroskopie und Dermatoskopie (Two-Step Algorithm, ABCDE, hässliches Entlein-Konzept).
- Bei Verdacht auf Melanom empfehlen wir die sofortige Zuweisung an unser Zentrum in Basel (dermatologie@usb.ch mit Stichwort Melanomexzision), wir übernehmen die Exzision innert 48h.
- Falls dies nicht gewünscht ist, primäre Komplettexzision ohne Sicherheitsabstand empfohlen.
- Nur im Ausnahmefall Biopsien machen, diese erlauben die Bestimmung der Breslow-Dicke nicht und können zur Fehldiagnose beitragen.
- Immunhistologie
- Routinediagnostik: S100, MART1 und IMP3
- Wichtigster Marker: MART1 (Melan A)
- Proliferationsmarker: MIB1
- Ev. ist eine CD10-Überexpression ein Hinweis auf eine schlechtere Prognose
- Nachexzision in der Praxis ohne Sentinellymphknotenbiopsie ist der häufigste Fehler, da die Lymphknotenabflüsse dadurch verändert werden.
- Metastasierung
- Verzögerung der Diagnose insbesondere beim akralen Melanom nicht selten
- Sonnenschutz (Verhalten, Topisch, Textil)
- Regelmässige Ganzkörperuntersuchung
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Siehe SOP Melanom.
- Dummer R, Hauschild A, Lindenblatt N, Pentheroudakis G, Keilholz U, Committee EG. Cutaneous melanoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol 2015;26 Suppl 5:v126-32.
- Larson AR, Rothschild B, Walls AC, et al. Impact of the 2009 AJCC staging guidelines for melanoma on the number of mitotic figures reported by dermatopathologists at one institution. J Cutan Pathol 2015;42:536-41.
- Nathan P, Cohen V, Coupland S, et al. Uveal Melanoma UK National Guidelines. Eur J Cancer 2015;51:2404-12.
- Watts CG, Dieng M, Morton RL, Mann GJ, Menzies SW, Cust AE. Clinical practice guidelines for identification, screening and follow-up of individuals at high risk of primary cutaneous melanoma: a systematic review. Br J Dermatol 2015;172:33-47.
- Pflugfelder et al. Malignant melanoma S3-guideline "diagnosis, therapy and follow-up of melanoma". J Dtsch Dermatol Ges. 2013 Aug;11 Suppl 6:1-116, 1-126.
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