Mykid (Mykotische Id Reaktionen)
Zuletzt aktualisiert: 2025-02-06
Autor(en): Anzengruber F., Navarini A.
ICD11: -
Id-Reaktion, Mykid, Trichophytid
Mykotische Id-Reaktionen treten als immunvermittelte Hautreaktionen auf, ausgelöst durch eine entfernte Pilzinfektion. Am häufigsten sind Dermatophyten als Ursache, insbesondere Tinea pedis (Fußpilz), aber auch Tinea capitis, Tinea corporis und Tinea unguium. Besonders stark entzündliche Infektionen (z. B. Kerion bei Tinea capitis) lösen Id-Reaktionen häufiger aus.
Die Id-Reaktion ist eine Überempfindlichkeitsreaktion vom Spättyp (Typ IV): Pilzantigene aus dem Infektionsherd gelangen ins Blut, werden vom Immunsystem erkannt und lösen eine entzündliche Hautreaktion an entfernten Stellen aus. Da die betroffenen Hautstellen keinen Pilzbefall aufweisen, handelt es sich um eine immunvermittelte Reaktion. Häufig verschlechtert sich die Id-Reaktion kurz nach Beginn der Antimykotika-Therapie, da durch das Abtöten der Pilze vermehrt Antigene freigesetzt werden.
Bei Resorption von Pilzantigenen kann es bei hypererger Reaktionslage zu Hautläsionen an anderen Lokalisationen kommen. Die Hautveränderungen sind symmetrisch verteilt und stark juckend. Sie treten oft an Händen, Füßen oder generalisiert am Körper auf. Typische Erscheinungsformen sind:
- Bläschenbildung an Handflächen und Fingerseiten (ähnlich Pompholyx)
- Papulöse oder papulovesikulöse Ausschläge (ähnlich einem Ekzem)
- Schuppende, erythematöse Flecken oder Plaques
- Seltener Erythema nodosum-artige Knoten oder Erythema-multiforme-ähnliche Läsionen
Eine wichtige Differenzialdiagnose ist das dyshidrotische Ekzem, das allerdings keine zugrunde liegende Pilzinfektion aufweist. Auch Arzneimittelexantheme können Id-Reaktionen ähneln.
Die Diagnosestellung erfolgt durch den Nachweis einer Pilzinfektion an einer entfernten Stelle, während in den Hautläsionen keine Pilze nachweisbar sind. Wichtig ist die mykologische Diagnostik am Primärinfektionsort mittels KOH-Test, Pilzkultur oder PCR. Eine Biopsie zeigt spongiotische Dermatitis, aber keine Pilzhyphen.
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Die Therapie besteht aus zwei Komponenten:
- Behandlung der Primärinfektion:
- Topische oder systemische Antimykotika (z. B. Terbinafin oder Fluconazol, je nach Infektionsherd)
- Hygienemaßnahmen zur Vermeidung erneuter Infektionen
- Symptomatische Behandlung der Id-Reaktion:
- Topische Kortikosteroide zur Entzündungshemmung
- Antihistaminika gegen Juckreiz
- Bei schweren Fällen evtl. kurze systemische Kortison-Gabe
Die Id-Reaktion klingt in der Regel spontan ab, sobald die zugrunde liegende Pilzinfektion erfolgreich behandelt wurde.
- Steigleder GK. [Mycosis with varioliform necrotizing mycid after trichophytin injection]. Hautarzt 1953;4:35-6.
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