McCune-Albright-Syndrom
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-01
Autor(en): Anzengruber F., Navarini A.
ICD11: -
Isolierte fibröse Dysplasie ohne endokrine Beteiligung
Polyostotische fibröse Dysplasie
Seltene Genodermatose mit charakteristischer klinischer Trias aus Café-au-lait-Flecken mit unregelmäßigem Rand, polyostotischer fibröser Dysplasie und Pubertas praecox. Es handelt sich um ein genomisches Mosaik durch postzygotische Aktivierungsmutationen des GNAS1-Gens.
Sehr selten. Die Erkrankung ist nicht hereditär, sondern tritt sporadisch auf. Manifestation in der Kindheit, meist im frühen Kindesalter.
Teil der Gruppe der seltenen hereditären Erkrankungen mit kutanen und endokrinologischen Manifestationen.
Ursache ist eine postzygotische somatische Aktivierungsmutation im GNAS1-Gen (Chromosom 20q13.32), das die Gs-alpha-Untereinheit codiert. Die Mutation führt zur konstitutiven Aktivierung der Adenylatzyklase mit gesteigerter cAMP-Produktion und einer Vielzahl hormoneller Dysregulationen.
Segmentale, scharf begrenzte Café-au-lait-Makulae mit unregelmäßigem „Coast of Maine“-Rand entlang der Blaschko-Linien
Pubertas praecox (v. a. bei Mädchen)
Polyostotische fibröse Dysplasie mit deformierten Knochen, Frakturanfälligkeit, Schmerzen
Endokrinologische Störungen: z. B. Hyperthyreose, Cushing-Syndrom, Akromegalie, Hypophosphatämie
In seltenen Fällen Riesenwuchs
Klinische Diagnose anhand der typischen Trias.
Genetische Diagnostik (Nachweis der GNAS1-Mutation im betroffenen Gewebe)
Endokrinologisches Konsil und Hormonprofil
Bildgebung (Skelettszintigrafie, MRT, Röntgen) zur Erfassung der fibrösen Dysplasie
Pigmentflecken entlang der Blaschko-Linien, häufig unilateral. Knochenveränderungen meist asymmetrisch, v. a. Schädel, Gesichtsschädel, Femur und Rippen.
Frühe Pubertätszeichen, pathologische Frakturen, segmentale Pigmentflecken seit Geburt oder früher Kindheit, Wachstumsauffälligkeiten.
Nicht erforderlich zur Diagnose. Bei Biopsie: vermehrte Melaninpigmentierung in der Basalschicht ohne atypische Melanozyten.
Deformierende Knochendysplasie mit erhöhtem Frakturrisiko
Viszerale Beteiligung mit endokrinologischen Störungen
Seltene maligne Entartung (z. B. Osteosarkom) bei ausgedehnter Dysplasie
Psychosoziale Belastung
Nicht möglich. Genetische Beratung bei unklarer Diagnose sinnvoll, obwohl kein vererbbares Muster besteht.
Sehr variabel je nach Ausprägung. Schwere Verläufe durch endokrine Störungen oder extensive Skelettbeteiligung. Bei isolierter kutaner Beteiligung gute Prognose.
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Dermatologisch: keine spezifische Behandlung erforderlich
Auf Wunsch: Aufhellung der Café-au-lait-Flecken mittels Hydrochinon, Azelainsäure, Laser
Endokrinologische Betreuung: regelmäßige Hormonkontrollen, Therapie je nach Organbeteiligung (z. B. GnRH-Analoga, Antithyreotika)
Orthopädische Versorgung bei Skelettveränderungen
Schmerzmanagement und Frakturprophylaxe
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