Tinea corporis (Mykose)

Zuletzt aktualisiert: 2026-03-30

Autor(en): Anzengruber F., Navarini A.A.

ICD11: 1F28.Y

Trichophytia corporis superficialis.

Superfizielle Dermatophyteninfektion der glatten, nicht terminal behaarten Haut von Stamm und Extremitäten. Kopfhaut, Bartregion, Leisten, Hände, Füsse und Nägel werden als eigene Tinea-Formen klassifiziert.

Weltweit häufige oberflächliche Mykose. Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene. Begünstigende Faktoren sind Wärme, Feuchtigkeit, okklusive Kleidung, Tierkontakt, Kontaktsport, Immunsuppression und topische Kortikosteroide.

  • Klassische Tinea corporis.
  • Tinea corporis gladiatorum.
  • Tinea incognito.
  • Tinea imbricata.
  • Majocchi-Granulom.
  • Tiefe Dermatophytose.

Häufigste Erreger sind Trichophyton rubrum, T. interdigitale/T. mentagrophytes-Komplex, Microsporum canis und Epidermophyton floccosum.


Tinea corporis gladiatorum wird meist durch Trichophyton tonsurans verursacht.


Zoophile Infektionen werden häufig durch Katzen, Hunde, Meerschweinchen oder andere Tiere übertragen und verlaufen oft entzündlicher.


Zunehmend relevant ist Trichophyton indotineae mit oft chronischen, ausgedehnten und terbinafin-refraktären Verläufen

Typisch sind scharf begrenzte, erythematöse, randbetont schuppende Papeln oder Plaques mit zentraler Abblassung und aktivem, leicht erhabenem Rand. Häufig besteht Pruritus.


Bei ausgedehnten Verläufen entstehen polyzyklische oder landkartenartige Figuren.


Zoophile Erreger können pustulöse, stark entzündliche oder knotige Läsionen verursachen.


Beim Majocchi-Granulom dominieren perifollikuläre Papeln, Pusteln oder Knoten.


Steroidvorbehandelte Tinea incognito kann randunscharf und ekzemartig imponieren.

Klinik.


Mykologischer Erregernachweis vom aktiven Rand: KOH-Nativpräparat und Kultur.


Bei atypischen, tiefen oder therapieresistenten Verläufen: PCR und/oder Biopsie mit PAS-Färbung.


Dermatoskopie kann unterstützen.


Wood-Licht hat für die Tinea corporis keinen routinemässigen Stellenwert.

Prinzipiell am gesamten Integument ausserhalb von Kopfhaut, Bartregion, Leisten, Händen, Füssen und Nägeln möglich.


Häufig betroffen sind Stamm, Nacken, Arme und Beine.

Tierkontakt?
Kontaktsport?
Betroffene Haushaltsmitglieder?
Topische Kortikosteroide oder Kombinationscremes?
Immunsuppression?
Rezidive oder Therapieversagen?

Hyperkeratose, Parakeratose, variable Akanthose und oberflächliches perivaskuläres Infiltrat.


Pilzhyphen im Stratum corneum in PAS- oder Silberfärbung.


Beim Majocchi-Granulom perifollikuläre und dermale Granulome mit Pilzelementen in Follikeln und Dermis.

Chronifizierung, Ausbreitung durch Autoinokulation und Tinea incognito nach Steroidgebrauch.


Zoophile Erreger können ausgeprägte Entzündungen verursachen.


Follikuläre Beteiligung kann in ein Majocchi-Granulom übergehen.


Bei schwerer Immunsuppression sind tiefe oder invasive Dermatophytosen möglich.

Haustiere bei Verdacht auf zoophile Tinea veterinärmedizinisch untersuchen.


Enge Kontaktpersonen bei Beschwerden mituntersuchen.


Keine topischen Steroid-Antimykotika-Kombinationen ohne gesicherte Indikation.


Im Sport: Hautinspektion, Mattenhygiene und keine gemeinsame Nutzung kontaminierter Textilien.

Unter adäquater Therapie ist die Prognose gut.


Lokalisierte Infektionen sprechen meist rasch auf topische Therapie an.


Rezidive sind vor allem bei unzureichender Therapiedauer, fortbestehendem Reservoir, Steroidgebrauch, Immunsuppression oder resistenten Erregern möglich.

  1. Barac A, Peralbo E, Verma A, et al. Dermatophytes: Update on Clinical Epidemiology and Treatment. Mycopathologia. 2024. PMID: 39567411.
  2. Hill RC, Kaffenberger JA, Elston DM. Expert Panel Review of Skin and Hair Dermatophytoses in an Era of Antifungal Resistance. J Am Acad Dermatol. 2024. PMID: 38494575.
  3. Khurana A, Sardana K, Rudramurthy SM. Clinico-mycological and therapeutic updates on cutaneous dermatophytic infections in the era of Trichophyton indotineae. J Am Acad Dermatol. 2024. PMID: 38574764.
  4. Nenoff P, Klonowski E, Uhrlass S, et al. Dermatomykosen: topische und systemische antimykotische Behandlung. Dermatologie (Heidelb). 2024. PMID: 38874607.
  5. Gupta AK, Venkataraman M, Talukder M. The emergence of Trichophyton indotineae: Implications for clinical practice. Int J Dermatol. 2023. PMID: 35867962.
  6. Leung AKC, Lam JM, Leong KF, Hon KL. Tinea corporis: an updated review. Drugs Context. 2020. PMID: 32742295.
  7. Caplan AS, Gold JAW, Smith DJ, Ely JW. Diagnosis and Management of Tinea Infections. Am Fam Physician. 2025. PMID: 41118183.
  8. Zalewski A, Goldust M, Szepietowski JC. Tinea Gladiatorum: Epidemiology, Clinical Aspects, and Management. J Clin Med. 2022. PMID: 35887830.
  9. Babba ZI, Shehu MY, Ukonu BA, Ibekwe PU. Dermoscopic Features seen in Tinea Capitis, Tinea Corporis and Tinea Cruris. West Afr J Med. 2023. PMID: 37245212.
  10. Müller VL, Kreuter A, Uhrlass S, Nenoff P. Trichophyton mentagrophytes genotype VII increasingly causes anogenital infections. Dermatologie (Heidelb). 2024. PMID: 38189829.