Variola vera

Letztmals aufdatiert: 2020-07-20

Autor(en): -

Variola, echte Pocken, Blattern.

Hoch ansteckende, oft letale Erkrankung durch Variola-verus-Virus (= Paschensches Elementarkörperchen). 1979 wurde die Ausrottung durch die WHO verkündet. Sofern es Verdacht auf einen Neuausbruch gibt, muss dieser gemeldet werden.

  • Inkubationszeit: ca. 14 Tage, Infektiösität besteht aber schon ohne Symptomatik
  • Wirt ist der Mensch
  • Fieber 40-41 °C
  • Emesis
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Tachykardie
  • makulöses Initialexanthem an Gesicht und an den Extremitäten. Im Verlauf (ca. am 5. Tag) kommt es zu einem generalisierten, monomorphen Exanthem
  • Zusammenfassend zeigen sich vorerst eine Makulae, dann Papeln, Vesikeln, Pusteln und schließlich Krusten. Axillen und Oberschenkelinnenseiten sind zumeist ausgespart. Die Pusteln zeigen im Verlauf die typische Eindellung (Pockennabel), welche von einem erythematösen Hof umgeben sind.
  • Bei Vakzinierten kann es zu einem abgeschwächten, inkompletten Verlauf kommen (Variola minor oder Variolois). Ein weiterer abgeschwächter Verlauf zeigt sich bei Infektion eines modifizierten Wildtypvirus (Alastrim oder weiße Pocken)
  • Klinik
  • Biopsie
  • Lichtmikroskopie
  • Elektronenmikroskopie (Negativstaining)
  • Kultur
  • Serologie (spezifischer komplementbindender, hämagglutinationshemmender Antikörper)

Gesamtes Integument, insbesondere Gesicht, Extremitäten, Akren. Teils sind auch Schleimhäute betroffen.

Retikuläre epidermale Degeneration, mehrkammerige intraepidermale Pusteln, retikulierende Degeneration des Stratum spinosum, intrazelluläre Ödeme mit den Reaktionsprodukten des Pockenvirus (Guarnieri-Körperchen).

Pneumonie, Bronchitis, Enzephalomyelitis, toxische Myokarditis, Nephritis, Osteomyelitis.

  • Letalität bis zu 80%
  • Sofern die Erkrankung überstanden wurde, besteht lebenslängliche Immunität und Kreuzimmunität gegen Vaccinia, Variola minor und Kuhpocken
  • Isolation an Ort und Stelle, Transport erst mit sichergestellter Isolation
  • Bettruhe
  • Ständige Überwachung von Herz- und Kreislauffunktion
  • Antibiose bei bakteriellen Superinfektionen
  • Lokal: Desinfizierende, austrocknende Massnahmen
  • Postexpositionelle Pockenschutzimpfung
  • Ggf. Antipyretika
  • Topisch werden Trockenpinselungen empfohlen
  • Eine vorbeugende Schutzimpfung sollte bei allen Kontaktpersonen durchgeführt werden
  • Meldepflicht!
  1. Smallpox Vaccination and Adverse Reactions: Guidance for Clinicians.  PsycEXTRA Dataset: American Psychological Association (APA).
  2. Smallpox Vaccine. PEDIATRICS 2002;110:841-5.
  3. Breman JG, Henderson DA. Diagnosis and Management of Smallpox. New England Journal of Medicine 2002;346:1300-8.
  4. Casey C, Vellozzi C, Mootrey GT, et al. Surveillance Guidelines for Smallpox Vaccine (vaccinia) Adverse Reactions.  PsycEXTRA Dataset: American Psychological Association (APA).
  5. Cohen J. BIOTERRORISM: Smallpox Vaccinations: How Much Protection Remains? Science 2001;294:985-.
  6. Moore ZS, Seward JF, Lane JM. Smallpox. The Lancet 2006;367:425-35.
  7. Tom WL, Kenner JR, Friedlander SF. Smallpox: vaccine reactions and contraindications. Dermatologic Clinics 2004;22:275-89.
  8. Toro JR, Sanchez S, Turiansky G, Blauvelt A. Topical cidofovir for the treatment of dermatologic conditions: verruca, condyloma, intraepithelial neoplasia, herpes simplex and its potential use in smallpox. Dermatologic Clinics 2003;21:301-9.