Alopecia areata
Zuletzt aktualisiert: 2025-08-21
Autor(en): Anzengruber F., Navarini A.
ICD11: ED70.2Z
Zuletzt aktualisiert: 2025-08-21
Autor(en): Anzengruber F., Navarini A.
ICD11: ED70.2Z
Alopecia areata (AA) ist eine häufige autoimmune, nicht vernarbende Haarausfallerkrankung, die durch plötzlichen, lückenhaften Haarausfall gekennzeichnet ist, der oft reversibel ist. Typisch sind kreisrunde kahle Stellen, die auf einen immunvermittelten Angriff auf die Haarfollikel zurückzuführen sind. Die Follikel bleiben jedoch intakt, so dass sie möglicherweise wieder nachwachsen. Sie kann die Haare auf der Kopfhaut oder jede andere haartragende Stelle betreffen.
AA tritt bei allen Geschlechtern und in allen Altersgruppen auf, wobei die Lebenszeitinzidenz bei etwa 2 % liegt. Die Prävalenz scheint zu steigen, wohl aber nur aufgrund des gestiegenen Bewusstseins und besserer Diagnoseverfahren. Typischerweise tritt die Krankheit zwischen 15 und 30 Jahren auf, und die Prävalenz ist bei Kindern etwas höher als bei Erwachsenen.
AA ist eine T-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankung, die auf Haarfollikel im Anagenstadium abzielt. Der Zusammenbruch des Immunprivilegs führt zu einem Angriff auf die Follikel durch CD4+/CD8+ T-Zellen (NKG2D+), der durch IFN-γ, IL-17 Zytokine vermittelt wird. Melanozyten-assoziierte Autoantigene können Reaktionen auslösen. Genetische Assoziationen: TRAF1/C5, HLA-Klasse II, PTPN22, CTLA4-Gene.
Begleitende Erkrankungen: Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (13-20%), Vitiligo, Diabetes mellitus Typ 1, atopische Dermatitis, Asthma. Umweltbedingte Auslöser: Stress, Infektionen (EBV, Hepatitis, Influenza), Impfungen (COVID-19).
Markenzeichen: Plötzlicher, fleckiger, nicht vernarbender Haarausfall. Ausrufezeichen-Haare (proximal dünner werdende Haarschäfte) und beim Abbrechen schwarze Punkte (black dots), die häufig auf der Dermatoskopie zu sehen sind. Auch gelbe Punkte (yellow dots), ausser bei langjährigem AA und Talgatrophie. Positiver Haarausreisstest bei aktivem Ausreissen. Spezielle Muster: Ophiasis, Sisaipho, diffus, incognita. Nagelveränderungen: Lochfrass Trachyonychie, Beau'sche Linien. Befall der Körperbehaarung: Bart, Augenbrauen, Wimpern.
In erster Linie klinisch, unterstützt durch Dermatoskopie: Ausrufezeichenhaare, schwarze Punkte, gelbe Punkte. Eine Biopsie der Kopfhaut ist selten erforderlich ("Bienenschwarm"-Infiltrat, follikuläres Schweizer Käse-Muster). Labor: Screening auf Schilddrüsenfehlfunktion, Vitamin-D-Spiegel wie angezeigt.
Hauptsächlich Kopfhaut (90%); auch Bart, Augenbrauen, Wimpern, Körperhaar.
Registrieren Sie die Schnelligkeit des Auftretens, die Auslöser (Stress, Krankheit, Impfung), die familiäre und persönliche Autoimmun-/Atopiegeschichte.
Charakteristisches lymphozytäres Infiltrat ("Bienenschwarm"), Pigmentinkontinenz, follikuläres Schweizer Käse-Muster.
Hauptsächlich psychosoziale Belastung, verminderte Lebensqualität; sekundäres Sonnenbrandrisiko, Augenreizung durch Wimpernverlust.
Keine bewährte Prophylaxe; Stressbewältigung empfohlen.
Unvorhersehbar; spontanes Nachwachsen häufig (30-50% innerhalb von 6-12 Monaten). Schlechtere Prognose: grossflächige Beteiligung, junges Auftreten, Nagelveränderungen, Autoimmunassoziationen. Hohe Rückfallquote.
Dieser Inhalt steht nur registrierten Nutzer:innen zur Verfügung
Diese Website nutzt Cookies!
Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und personenbezogenen Daten (wie z.B. IP-Adressen oder Browserinformationen). Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der statistischen Analyse/Messung, personalisierten Werbung sowie der Einbindung sozialer Medien. Diese Einwilligung ist freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und kann jederzeit.