Papulöse Urtikaria bei Kindern und Jugendlichen
Zuletzt aktualisiert: 2025-06-02
Autor(en): Navarini A.A.
ICD11: -
Urticaria multiforme
Bullöse Insektenstichreaktion
Dermatographismus
Papulöse Mastozytose
Gianotti-Crosti-Syndrom Varizellen Impetigo contagiosa Eosinophile Zellulitis (Wells Syndrom)Lichen urticatus, Urticaria papulosa infantum, Prurigo simplex acuta, persistierende Insektenstichreaktion (engl.: Papular urticaria).
Chronisch-rezidivierende, allergische Reaktion auf Arthropodenstiche mit persistierenden, juckenden Papeln bei Kindern. Keine echte Urtikaria.
- Altersgipfel 2–10 Jahre, selten Säuglinge.
- Häufig in Gebieten mit hoher Insektenexposition.
- Assoziation mit Atopie (Asthma, atopische Dermatitis).
- Saisonale Häufung (Frühling/Sommer), keine Geschlechtsunterschiede.
- Persistierende Stichreaktion, gehört dermatologisch zur Prurigo-Gruppe.
- Extremformen mit Bläschenbildung („strophulus bullosus“).
- Allergische Reaktion (Typ I und Typ IV Hypersensitivität) auf Insektenspeichel.
- Häufige Auslöser: Flöhe, Mücken, Bettwanzen, Milben.
- SCRATCH-Faktoren (Symmetrie, Cluster, Rover (Haustiere haben Naturkontakt), Alter pädiatrisch, Chronologie >24h).
- Rezidivierende, stark juckende, gruppierte Papeln (3–10 mm), oft mit zentraler Stichmarke.
- Unterschiedliche Stadien gleichzeitig vorhanden.
- Sekundäre Exkoriationen durch Kratzen, keine Allgemeinsymptome.
- Klinische Diagnose ausreichend.
- Typische Anamnese: saisonal, Haustierkontakt, Persistenz >24h.
- Labor meist nicht erforderlich; Biopsie nur bei Unsicherheit (Eosinophilie).
- Exponierte Areale (Extremitäten, Gesäß, Gesicht), symmetrisch verteilt.
- Kleidungsgeschützte Areale nur selten betroffen.
- Wiederkehrende Episoden in warmer Jahreszeit.
- Zusammenhang mit Haustieren, Reisen oder Insektenbefall in Umgebung.
- Verbesserung im Winter charakteristisch.
- Eltern berichten oft über vergebliche Therapieversuche mit anderen Diagnosen (z.B. Skabies).
- Unspezifisches Entzündungsinfiltrat mit zahlreichen Eosinophilen.
- Keine spezifischen immunologischen Marker.
- Sekundärinfektionen (Impetigo contagiosa).
- Starker Juckreiz beeinträchtigt Schlaf und Lebensqualität.
- Selten Narben nach tiefen Exkoriationen.
- Selbstlimitierend, meist Spontanremission bis Adoleszenz.
- Langfristig exzellente Prognose.
- Insektenexposition minimieren (Moskitonetze, Repellentien, Flohprophylaxe bei Haustieren).
- Wohnhygiene optimieren, frühzeitige Intervention bei Befall.
Ziel: Juckreiz lindern, weitere Stiche vermeiden. Bei konsequenter Expositionsvermeidung und symptomatischer Therapie nahezu 100 % langfristige Abheilung.
- Expositionsprophylaxe entscheidend (Flohbekämpfung, Wanzeneliminierung).
- Topische Therapie
- Mittlere topische Glukokortikoide (z.B. 0,5 % Hydrocortison-Butyrat-Creme) auf aktive Läsionen.
- Kühlende Lotiones mit Menthol, Polidocanol, Calamin.
- Systemische Therapie
- Antihistaminika der 2. Generation (Cetirizin, Loratadin) kontinuierlich gegen Juckreiz.
- Sedierende Antihistaminika (Dimetinden) zur Nacht bei Schlafproblemen.
- Antibiotika (topisch Fusidinsäure/Mupirocin oder systemisch Cephalosporine) bei sekundärer bakterieller Infektion.
- Kurze systemische Steroidgabe (Prednisolon) nur ausnahmsweise bei schweren Verläufen.
- Supportive Maßnahmen
- Nägel kurz halten, Kratzverhalten reduzieren.
- Gerbstoffbäder beruhigen gereizte Haut.
- Hyposensibilisierung aktuell experimentell und nicht Standard.
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