Morbus Grover

Zuletzt aktualisiert: 2023-12-05

Autor(en): Rahel Bianchi

ICD11: -

Grover, 1970

Transitorische akantholytische Dermatose, benigne papulöse akantholytische Dermatose; akantholytische transiente Dermatose; benigne papulöse akantholytische Dermatose; transitorische akantholytische Dermatose; Grover`s disease; Morbus Grover; Persistent acantholytic dermatosis; Transient acantholytic dermatosis

Meist selbstlimittierende besonders bei weissen Männern vorkommende, häufig papulöse Hauterkrankung mit bekannten Triggerfaktoren jedoch unbekannter Äthiologie

  • Häufiges Krankheitsbild
  • Besonders Personen mit hellem und sebostatischem Hauttyp betroffen
  • Insb. bei Männern (m:f = 3:1)
  • Ab dem 40. Lebensjahr auftretend mit einem Peak um das 60. Lebensjahr
  • Beginn der Erkrankung besonders im Winter oder nach ausgeprägtem Kontakt zu starken Sonnenstrahlen
  • Aktuell unklar
  • Familiäre Häufung nicht beobachtbar und damit nicht genetisch bedingt
  • Keine infektiöse Genese
  • Provokationsfaktoren wie lokale Irritation, Sonneneinstrahlung, Xerosis cutis, starke Transpiration und Hitze sind bekannt
  • Ein vermehrtes Auftreten bei anderen Grunderkrankungen kann beobachtet werden, wie z.B. Inflammation der Haut, HIV, Nierenversagen oder bei St.n. Organtransplantation. Auch bei gewissen Medikamenten tritt ein Morbus Grover vermehrt auf.
  • Generell variabel
  • Ausgeprägter Juckreiz
  • Disseminiert, symmetrisch oder selten gruppiert auftretende, rot-braune, urtikarielle Papeln und Papulovesikel, die nicht konfluieren und ein negatives Nikolski-Pänomen I und II aufweisen. Es zeigt sich eine glatte, hyperkeratotische oder verkrustete Papeloberfläche.
  • Selten erythematöse Plaque
  • Bullöse Formen mit ähnlichem Aussehen wie ein Pemphigus vulgaris
  • Papulokeratotische Läsionen
  • Auf dunkler Haut kann sich ein Leukoderm zeigen.
  • Anamnese
  • Klinik
  • Provokationsfaktoren
  • Direkte Immunfluoreszenz negativ

Nacken, Brust-, obere Rückenpartie und proximale Extremitäten

  • Triggervermeidung
  • Vermeidung von irritativen und austrocknenden Substanzen insb. Beim Duschen oder bei der Hautpflege.
  • Meist komplette Regression innert Wochen bis Monate
  • Selten jahrelanger Verlauf besonders bei älteren Patienten

Generell:

  • Triggervermeidung
  • Vermeidung von irritativen und austrocknenden Substanzen insb. Beim Duschen oder bei der Hautpflege.

Extern:

  • Topische Kortikosteroidtheraüie z.B. mittels Prednicarbat, Mometason oder Methylprednisolon
  • Lotio zinci
  • Bei Sebostase entsprechende Pflegeprodukte
  • Rückfettende Bäder
  • Bei starker Einschränkung der Lebensqualität durch den Pruritus kann eine PUVA-Therapie oder Bestrahlung mit UVA/UVB versucht werden.

Systemisch:

  • Glukokortikoidtherapie mit 10-20mg/d
  • Antihistaminikatherapie
  • Bei Therapieversagen kann Isotretinoin oder Acitretin in einer Dosierung von 30-40mg/d evaluiert werden. Hier ist bei Frauen im gebährfähigen Alter zwingend eine Kontrazeption nötig.
  • Altmeyer Enzyklopädie, Kapitel Transitorische akantholytische Dermatose
  • Braun-Falco 5 Auflage, Kapitel Verhornungsstörungen S.756-757
  • Fitzpatrick, 8th Edition Kapitel Acantholytic Disorders of the Skin, S.560-562